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Es war am 13. Juli 1870, kurz nach 9 Uhr als es auf der Kurpromenade in Bad Ems zu einer Begegnung kam, die die europäische Geschichte bedeutend
beeinflussen sollte und damit der Kurstadt einen ewigen Platz in den Geschichtsbüchern verschafft hat. Bekannt geworden ist dieses Ereignis unter
dem Begrifff "Emser Depesche".
An diesem Tag trafen der preußische König Wilhelm I., der sich zur Kur in Bad Ems befand, sowie sein Gegenspieler, der französische Botschafter
Benedetti zusammen um über die spanische Thronfolgekandidatur zu sprechen. Frankreich wollte verhindern, dass Preußen sich über die Kandidatur
eines Hohenzollernprinzen Einfluss in Spanien verschaffte. Über diese Unterredung erhielt Ministerpräsident Otto von Bismarck im fernen Berlin Bericht.
Kern dieses Telegramms war, dass Wilhelm die französische Garantieforderung zurückgewiesen und es abgelehnt hatte, weiter mit dem Botschafter zu
verhandeln. gemeint war: Über diese Angelegenheit zu verhandeln. Bismarck überarbeite diese Depesche, gab ihr einen neuen Sinn und leitete diesen
Text der Presse weiter: die Emser Depesche. Als der berühmte "Funke", der das ohnehin offene Pulverfass zur Explosion brachte, kam es wenige Tage
später zur Kriegserklärung Frankreichs an Deustchland. Der Benedetti-Stein am Lahnufer weißt heute auf diese denkwürdige Ereignis hin.
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Die Mischung aus Villa und weißer Ritterburg, errichtet als Landhaus eines russischen "Gutsbesitzers" um 1868, wurde einst als Hotel genutzt.
Schon damals gingen hier Künstler und Musiker ein und aus; so vollendete zum Beispiel Richard Wagner hier seine Oper Parzifal. Heute ist Schloss
Balmoral noch mehr ein Ort der Künste - ein "Schloss des Geistes". Ausstellungen, Installationen, Performances, Vorträge und Workshops, aber
auch Konzerte mit Musik vorwiegend des 20. Jahrhunderts und modernes gehören zur Angebotspalette für die Öffentlichkeit. Daneben leben und
arbeiten im Schloss bis zu acht Stipendiaten der Bildenden Kunst, die durch eine international anerkannte Fachjury ausgewählt wurden, ein
knappes Jahr lang. Mit ihren Aktionen sorgen sie dafür, dass oftmals neuste Trends in der internationalen Kunst auch im altehrwürdigen Badeort
zu sehen sind. Man kann einige der kommenden Stars am Kunsthimmel hier bereits kennen lernen, denn viele der ehemaligen Stipendiaten von
Schloss Balmoral haben anschließend viele Preise und Auszeichnungen erhalten.
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Hier reihen sich in einer einmaligen Folge historische Hotelbauten aneinander; auch eine kleine Kunstgeschichte des Balkongitters ließe sich hier
schreiben. Zahlreiche Häuser verraten heute noch durch ihre Namen, dass sie einst Hotels waren, wie zum Beispiel der Russische Hof (Haus Nr. 23),
in dem nicht nur bevorzugt russische Gäste abstiegen, sondern auch schon einmal der König von Dänemark oder der Englische Hof (Nr. 46), der ebenfalls
königliche Hoheiten beherbergte, heute Sitz der Malbergklinik. Besonders prächtig geriet die Fassade des Hauses Herzog von Leuchtenberg (Nr. 40). Reicher
Bauschmuck im Stil des Barock und Rokoko ist hier zu bewundern, jedoch nicht "original" alt sondern in einer Form von 1903/4.
Drei Brunnen aus dem Jahre 1839 erinnern daran, dass vor der Erfindung von Wasserleitungen im Haus die Stubenmädchen von hier das Trinkwasser für die Hotelgäste
holen und schleppen mussten.
Und wer sich vor dem 18. Jahrhundert übrigens nicht eines der beiden barocken Badeschlösser, das Kurhaus oder die "Vier Türme" als Quartier
leisten konnte, musste während seines Kuraufenthalts auf den Lahnwiesen campieren!
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